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Geschichte

Biral: 100 Jahre Schweizer Innovation und Effizienz

Biral, der führende Schweizer Pumpenhersteller aus Münsingen bei Bern, feiert im August sein 100-Jahre-Jubiläum. Gegründet als mechanische Werkstätte für Reparaturen aller Art und als Verkaufsstelle für landwirtschaftliche Maschinen, spezialisierte sich das einstige Kleinunternehmen schon bald auf den Bau von Pumpenanlagen. Heute ist Biral nicht nur in der Schweiz erfolgreich, sondern auch auf dem internationalen Markt.

Der Chef, zwei Angestellte und zwei Lehrlinge: Das war die mechanische Werkstätte von Friedrich Bieri zur Zeit ihrer Gründung vor 100 Jahren. Schon bald wurden am Dorfmattweg in Münsingen nicht nur Reparaturen ausgeführt, sondern auch Horizontalsägen und Ölfeuerungen konstruiert und gebaut. 1923 montierte Friedrich Bieri mit seinen Mitarbeitern Kältemaschinen von Escher Wyss, und im gleichen Jahr wurden erste Pumpenanlagen gebaut – der Grundstein für das spätere Kerngeschäft war gelegt.

Knapp 10 Jahre später litt auch das Kleinunternehmen von Friedrich Bieri unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise und musste die Arbeiter teilweise in der Landwirtschaft einsetzen. Trotz des Krieges konnte sich die Firma aber behaupten und sogar expandieren – 1945 zählte sie 10 Mitarbeitende. Drei Jahre nach dem Krieg gründeten Friedrich Bieri und seine beiden Söhne Franz und Werner eine Kommanditgesellschaft. Der Betrieb beschäftigte nun 15 Angestellte, und der Pumpenbau machte bereits 90 Prozent des gesamten Umsatzes aus.

Am 1. Januar 1953 übernahmen die beiden Söhne Franz und Werner Bieri das Unternehmen. Die Firma hiess fortan Friedrich Bieri’s Söhne und setzte weiterhin auf Innovationen im Pumpenbau. Mit der Herstellung von stopf-büchsenlosen Umwälzpumpen gelang ihnen 1956 ein erster Grosserfolg: über 1000 Stück pro Jahr konnten in Münsingen produziert und abgesetzt werden. Drei Jahre später stieg der Verkauf von Umwälzpumpen sprunghaft an, und ebenso stark wuchs das Unternehmen. Es beschäftigte im Jahr seines 40-Jahre-Jubiläums 40 Mitarbeitende und musste sich nach einer neuen Produktionsstätte umsehen. Das 300 Quadratmeter grosse Gebäude am Dorfmattweg war zu klein geworden, zumal eine weitere Expansion anstand: 1960 begannen die Gebrüder Bieri, ihre Pumpen auf ausländischen Märkten anzubieten, sie expandierten nach den Niederlanden, nach Deutschland, Belgien, Grossbritannien und Österreich. Ein Jahr später konnte das neue Fabrikgebäude mit einer Produktionsfläche von 1500m2 bezogen werden. Darin tätig waren 1961 100 Mitarbeitende.

1962 gründeten die beiden Firmeninhaber die Motorenfabrik RCB in Beinwil am See. Dort sollten fortan die Motoren für die Bieri-Pumpen hergestellt werden. Dadurch wuchs die Firma erneut, sie zählte nun 140 Mitarbeitende.

1966 trat mit Ulrich Bieri ein erster Vertreter der dritten Generation in das Unternehmen ein, eine weitere Umfirmierung stand an: Aus der Kollektivgesellschaft Friedrich Bieri’s Söhne wurde die Bieri Pumpenbau AG. Inzwischen wurden in den Hallen der Münsinger Pioniere Spezialpumpen für sämtliche Fördergüter hergestellt, die Firma war auf 170 Mitarbeitende angewachsen. Um diesen wesentlich bessere Vorsorgeleistungen bieten zu können, wurde die Altersvorsorge 1968 in eine autonome Personalvorsorgestiftung ausgelagert.

In den 1970er-Jahren setzte die Bieri Pumpenbau AG ihren Höhenflug fort. 1971 bezog das wachsende Unternehmen an der Südstrasse 10 in Münsingen ein neues Gebäude, 1972 wurden die ersten EDV-Anlagen in Betrieb genommen, und mit 35.8 Millionen Franken wurde ein Umsatzrekord erzielt. Mit Peter Bieri trat 1973 ein zweiter Vertreter der dritten Generation ins Unternehmen ein. Er übernahm den Bereich Produktion. Als 1974 die gleitende Arbeitszeit eingeführt wurde, beschäftigte die Bieri Pumpenbau AG 265 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Kurz darauf hatten die erfolgreichen Berner Pumpenhersteller einen Rückschlag zu verkraften. Aufgrund der Rezession brachen die Aufträge ein, von Mai bis Juli 1975 musste Kurzarbeit angemeldet werden, und der Personalbestand wurde auf 245 Mitarbeitende gesenkt. Bereits 1976 hatte sich der Markt aber wieder erholt: der Umsatz konnte erneut gesteigert und der Personalbestand wieder auf den Stand vor der Rezession erhöht werden.

1979 vollzog die Firma den Generationenwechsel ganz: Ulrich, Peter und Hansruedi Bieri übernahmen die Geschäftsleitung. Gleichzeitig gründeten sie eine Tochtergesellschaft in Deutschland und eröffneten ein Jahr später ein Verkaufsbüro in Zürich. Von nun an standen erste eigene Computer im Einsatz, und schon bald – 1982 – sollte die gesamte Auftragsabwicklung und Fakturierung elektronisch erfolgen.

Zu der 1982 in Österreich gegründeten Tochtergesellschaft kamen 1988 eine in den Niederlanden und eine in den USA hinzu. Hier erschien erstmals in der Unternehmensgeschichte der spätere (und heutige) Firmenname: die amerikanische Tochterfirma wurde als Biral Inc. gegründet. Beflügelt vom andauernden Erfolg, setzten die Münsinger Unternehmer ihren Expansionskurs 1989 – im Jahr des 70-Jahre-Jubiläums – fort. Sie übernahmen die Firma Habil in Deutschland und gründeten eine vierte Tochtergesellschaft in Grossbritannien. Gleichzeitig gliederten sie die Wasseraufbereitungsabteilung als eigenständige, aber noch immer zur Gruppe gehörende Firma Bewatec aus. 1991 wurde das Unternehmen ISO-9001/EN 29001-zertifiziert.

Ab 1992 kämpfte die Bieri Pumpenbau AG – sie beschäftigte inzwischen 420 Personen – gegen Schwierigkeiten in den Absatzmärkten. Als Folge davon wurde die Tochtergesellschaft in Österreich verkauft. Nach der Rezession in den 1970er-Jahren musste zum zweiten Mal in der Firmengeschichte Kurzarbeit eingeführt werden, auch reduzierte die Firma den Personalbestand. Die Krise fand damit aber kein Ende: Mangels Liquidität entstanden zunehmende Lieferschwierigkeiten, und die Motorenfabrik RCB konnte überhaupt nicht mehr produzieren. So wurde die Bieri Pumpenbau AG mit 375 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am 26. März 1993 an das dänische Unternehmen Grundfos verkauft.

Aufgrund rezessiver Tendenzen wurde 1994 eine Zweigstelle der RCB Motorenbau AG geschlossen und die Tochtergesellschaft in Grossbritannien aufgelöst. Nach einer Erweiterung des Sortiments um geregelte Umwälzpumpen erfolgte eine Straffung Sortimentsstruktur und eine Restrukturierung zu einer prozessorientierten Organisation. Die RCB Motorenbau AG und das ausgegliederte Unternehmen Bewatec wurden verkauft. Dadurch reduzierte sich der Personalbestand deutlich. 1998 startete das zur Biral AG umfirmierte Unternehmen mit 150 Mitarbeitenden in das jüngste Kapitel der Unternehmensgeschichte. Es sollte ein erfolgreiches werden.

Zwei Jahre später wurde die neue Biral Gruppe als eines der ersten Schweizer Unternehmen nach ISO 9001:2000 zertifiziert. Im gleichen Jahr lancierten die innovationshungrigen Pumpenbauer die Energiesparpumpe MC 10. Sie dürfen sich seither darüber freuen, Erfinder der modernen Heizungsumwälzpumpe zu sein. Die bahnbrechende MC 10 wurde 2001 mit dem Prix Eta 2000 und mit dem Wuppertaler Energie- und Umweltpreis ausgezeichnet, dank dieser neuen Pumpe liessen sich bis zu 80% Energie einsparen.

Dem Ziel, mittels innovativer Technik Energie möglichst sparsam und effizient einzusetzen, blieb Biral fortan verpflichtet. 2011 wurden beide Gebäude in Münsingen saniert, wodurch sich der Heizölverbrauch um 75% reduzieren liess, und seit dem Anschluss an den Wärmeverbund Süd der Gemeinde Münsingen erzeugt Biral keinen CO2-Ausstoss mehr und produziert klimaneutral.

Ausdruck von Birals Innovationskraft waren in den letzten Jahren nicht nur neu lancierte Produkte, sondern auch das – ebenfalls preisgekrönte – Engagement in Total Quality Management (TQM) und der 2012 eröffnete Biral Campus. Im eigenen Schulungs- und Kompetenzzentrum veranstaltet Biral Weiterbildungsveranstaltungen, die für die gesamte Branche von Interesse sind und, beispielsweise im Rahmen der Reihe «Biral Experience Days», grosse Beachtung und ebensolchen Zuspruch erhalten. Seit 2017 betreibt Biral auch in Würselen (Deutschland) einen Biral Campus; dort wurden vor einem Jahr die Tochtergesellschaften Holland und Deutschland stationiert.

Aus der mechanischen Werkstätte von Friedrich Bieri, die in Münsingen vor 100 Jahren ihre Tore öffnete, ist die Biral Gruppe entstanden – der älteste und immer noch innovationsgetriebene Hersteller von hochenergieeffizienten Umwälzpumpen. Biral zählt heute 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie alle sind stolz einem grossen Ziel verpflichtet: die besten Pumpen zu bauen, die es gibt. Und Ihre nationale und internationale Kundschaft mit Kompetenz und Leidenschaft zu beraten und zu begleiten. «Biral verfügt heute nicht nur über erstklassige und wegweisende Produkte, sondern ebenso über ein hervorragendes Dienstleistungs- und Supportangebot», freut sich CEO Roger Weber. Mit ihm freuen würde sich ganz bestimmt Friedrich Bieri.

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